Weihrauch: 7 häufige Fragen zu Wirkung, Räuchern, Sorten & Qualität
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Die häufigsten Fragen über Weihrauch und ihre Antworten.
1. Wozu räuchert man Weihrauch?
Für viele ist Weihrauch, verbunden mit dem Gedanken an die Kirche, das Räucherharz für eine energetische Reinigung. Das empfinde ich überhaupt nicht so, denn Weihrauch hat zwar eine der höchsten segnenden Kräfte, (und Segnung beinhaltet immer auch eine „Reinigung“) doch für eine Hausreinigung gibt es bessere Räucherstoffe. Weihrauch ist beim Räuchern immer verbindend und öffnend, dabei wirkt jeder der Weihrauchsorten, die wir haben immer ein bisschen anders. Die Grundenergie und Wirkung bleibt, doch jeder Weihrauch hat seine eigene Facette und Energie. Weihrauch kann immer verräuchert werden, wenn man diese öffnende und verbindende Kraft möchte. Ein Royal Hojari zum Beispiel erleichtert die Verbindung zur Seele und zum Göttlichen, ein Rivae Weihrauch hilft uns, uns mit dem Herz zu verbinden und wirkt beruhigend.
2. Sollte man Weihrauch vor dem Räuchern mörsern?
Sehr oft erhalten wir die Frage, wieso ein Weihrauch nicht schmilzt (auf der Kohle oder einem Weihrauchbrenner), was der Kunde „falsch“ macht. Die allgemeine Antwort darauf lautet: Weihrauch vor dem Räuchern immer mörsern! Das ist nicht bei jedem Weihrauch notwendig, aber mit der Erfahrung lernt man schnell, welchen Weihrauch man vorher dem Räuchern mörsern sollte und welcher nicht.
Wenn du dir Weihrauch anschaust, bleiben wir beim Royal Hojari, dann siehst du, dass der Weihrauch wie eine Träne aussieht, rundlich. Das liegt daran, dass die meisten Weihrauchsorten „Gummen“ enthalten, die bei der Ernte dem Weihrauch diese runde Stabilität gibt. Je mehr Gummen ein Weihrauch enthält (Gegenbeispiel: Maydi Weihrauch, dieser hat kaum Gummen und muss auch nicht gemörsert werden), desto eher muss man ihn mörsern. Beim Mörsern wird der Weihrauch verkleinert, die Kontaktfläche mit der Hitze vergrößert.
Wenn ein Weihrauch relativ frisch geerntet wurde, dann hast du vielleicht schon die Erfahrung gemacht, dass der Weihrauch sehr weich ist. In dem Fall kann man die Träne, die man Räuchern möchte, ein paar Tage an der Luft lassen oder den Weihrauch einfrieren. Dann wird das Mörsern einfacher.
3. Weihrauch mit Kohle oder Brenner – was ist besser?
Die ideale Methode zum Räuchern von Weihrauch ist der Weihrauchbrenner. Allerdings gibt es Momente und Rituale, bei denen man nicht nur die Essenz und den Duft/Wirkung des Weihrauchs für sich nutzen möchte, sondern man möchte die gesamte Kraft des Weihrauchs entfachen und den Rauch nutzen. Dann braucht man die Räucherkohle. Wann immer mal viel Rauch braucht, sollte man mit der Kohle räuchern (auch hier den Weihrauch vorher mörsern).
Für alle anderen Zwecke und für den Alltag ist der Weihrauchbrenner die richtige Wahl
4. Welcher Weihrauchbrenner ist für Weihrauch geeignet?
Wir importieren aus Indien den stufenlos verstellbaren Weihrauchbrenner. Für alle, die Weihrauch öfter räuchern möchten, ist dieser Brenner die richtige Wahl. Weihrauch schmilzt immer bei unterschiedlichen Temperaturen, da jeder Weihrauch ist seiner chemischen Zusammensetzung anders ist. Mit dem höhenverstellbaren Weihrauchbrenner kann man den Abstand zwischen Teelicht und Schale verändern. Unser Weihrauchbrenner enthält zwei Schalen, eine aus Kupfer, die andere aus Edelstahl. Kupfer leitet Wärme besser als Edelstahl. Wenn man also möchte, dass der Weihrauch gleichmäßig schmilzt, dann greift man zum Kupferschälchen. Wenn der Weihrauch allerdings mehr Hitze braucht (da Tränen) oder man schnell und stark Weihrauch räuchern möchte, dann greift man zur Edelstahl-Schale. Hier verteilt sich die Hitze weniger gut, sondern bleibt eher punktuell über dem Teelicht.
5. Kann man Weihrauch auf einem Räuchersieb räuchern?
Davon würde ich abraten, wenn man zu wenig Erfahrung hat. Mir ist bewusst, dass sehr viele Menschen Weihrauch einfach auf einem Räuchergefäß mit Sieb räuchern. Das kann auch gutgehen, wenn das Sieb sehr feinmaschig ist und es sich um einen Weihrauch handelt, der sehr viele Gummen enthält (Weihrauch ist ein Oleo-Gum-Resin, und enthält vereinfacht Gummen, Harz (in dem die Säuren sitzen) und ätherische Öle/Terpene).
Weihrauch nicht auf einem Sieb räuchern, hat zahlreiche Gründe. Zunächst wird das Sieb verklebt und das kann man zwar mit einem Bunsenbrenner oder Alkohol wieder lösen, doch wofür, wenn es Weihrauchbrenner gibt, deren Schale leicht zu reinigen ist (siehe hier ein Video)? Was im schlimmsten Fall passieren kann, ist dass der Weihrauch flüssig wird und in das Teelicht tropft. Es kann sein, dass die Flamme dann ausgeht, es kann aber auch passieren, dass sich alles entzündet. Gerade bei anderen Harzen oder Terpenoide, wie Kampfer, passiert das sehr schnell und so ein brennendes Räuchergefäß braucht niemand zu Hause.
Wenn man auf einem Gefäß mit Sieb räuchern möchte, dann geht das am Besten, wenn man den Weihrauch mischt. Zum Beispiel mit einem Kraut. Dann saugt der andere Räucherstoff den flüssigen Weihrauch auf und dies vermindert sowohl das tiefe Verkleben des Siebes als auch die Stichflamme, wenn der flüssige Weihrauch ins Teelicht tropft. Besser ist: Gleich zum Weihrauchbrenner greifen.
6. Was ist der beste Weihrauch?
Dies ist auch eine beliebte Frage, die ich aber nicht beantworten kann. Welches deiner Kinder magst du am meisten? Oder welches Musikstück? Zwar hat der Weihrauch aus dem Oman das beste „Image“ und ist wirklich von herausragender Qualität und Einzigartigkeit, aber was bringt das, wenn man den Duft nicht mag? Oder die erzielte Wirkung beim Räuchern, z.B. Entspannung mit dem Weihrauch nicht erzielt werden kann? Jeder Weihrauch ist heilig und einzigartig, deswegen gibt es ja soviele Sorten. Es gibt keinen besten Weihrauch
7. Sagt die Farbe etwas über die Reinheit von Weihrauch aus?
Es gibt immer mal wieder Überzeugungen, die in der Welt herumgeistern. Einer ist, dass der reinste Weihrauch immer transparent, weiss oder grün ist.
Eine beinahe durchsichtige Perle des Weihrauchbaums gilt als „hochwertigste“ Qualität. Das ist ein bisschen rassistisch 😊
Die Färbung des Weihrauchs oder die Klarheit ist abhängig vom Baum, vom Alter, vom Standort, vom Klima, von der Erde und vom Wasser. Ja, ein grüner Royal Hojari ist sehr edel, aber ein weißer Occulta Weihrauch, der sehr trüb ist, da er in der Küstengegend wächst und damit mehr Kondensat/Wasser abbekommt, ist ja deswegen nicht weniger „rein“.
Ein Carterii Weihrauch, der aus Somaliland kommt, hat eine andere Färbung und einen anderen Duft, als jener, der aus Puntland kommt (Beides geografisch Somalia), der eine bekommt mehr Sonne ab, der andere Passatwinde.
Jeder Weihrauch ist „rein“.
| Frage / Mythos | Kurze Antwort |
|---|---|
| Weihrauch ist vor allem für Hausreinigung da | Nicht nur. Weihrauch wirkt eher segnend, verbindend und öffnend; für intensive Reinigung gibt es gezieltere Räucherstoffe. |
| Weihrauch muss immer gemörsert werden | Nicht immer, aber viele Sorten schmelzen und duften besser, wenn sie leicht zerkleinert werden. |
| Weihrauchbrenner ist besser als Kohle | Für Alltag und Wohnräume ja; für starke Rauchentwicklung und Rituale ist Kohle geeigneter. |
| Weihrauch kann problemlos aufs Sieb | Nur eingeschränkt. Harze können schmelzen, tropfen und das Sieb verkleben. |
| Oman-Weihrauch ist immer der beste | Oman-Weihrauch hat einen hervorragenden Ruf, aber die beste Sorte hängt vom Duft, Zweck und persönlicher Vorliebe ab. |
| Weißer oder grüner Weihrauch ist immer reiner | Nein. Farbe allein beweist keine Reinheit. Herkunft, Art, Frische, Sauberkeit und Duft sind wichtiger. |
Dieser Artikel wurde von Georg Huber, Gründer von Jeomra’s Räucherwelt und Autor des “Praxisbuchs der energetischen Hausreinigung”, verfasst. Georg Huber beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Weihrauch, Boswellia-Arten, Räucherritualen und der praktischen Anwendung von Räucherstoffen. Räucherwelt importiert zahlreiche Weihrauchsorten direkt und arbeitet täglich mit unterschiedlichen Harzqualitäten, Sortierungen und Duftprofilen.

