Was ist Myrrhe? Wirkung, Duft, Herkunft & Räuchern von Commiphora-Harz
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Kurz erklärt: Myrrhe ist das getrocknete Harz bestimmter Bäume und Sträucher der Gattung Commiphora. Botanisch gehört Myrrhe wie Weihrauch zur Familie der Balsambaumgewächse, unterscheidet sich aber deutlich im Duft: Myrrhe riecht meist bitter, warm, balsamisch, erdig und leicht medizinisch. Echte Myrrhe stammt vor allem von Commiphora myrrha, während im Handel auch andere Commiphora-Harze häufig als Myrrhe bezeichnet werden.
Gold, Weihrauch und Myrrhe — viele kennen Myrrhe aus der biblischen Erzählung der drei Weisen. Doch dieses dunkle, bittere Harz ist weit mehr als eine symbolische Gabe. Es gehört zu den ältesten Räucherstoffen der Menschheit und wurde in Ritualen, Salben, Parfüms, Mundpflege und traditionellen Anwendungen geschätzt.
In diesem Artikel erfährst du, was Myrrhe botanisch ist, wo sie wächst, wie sie geerntet wird, wie sie duftet, welche Commiphora-Arten es gibt und wie du Myrrhe beim Räuchern verwenden kannst.
Was ist Myrrheharz?
Myrrhe ist wie Weihrauch auch ein Baumharz. Myrrhe und Weihrauch sind botanisch auch eng verwandt, so wie Cousin und Cousine. Beide stammen aus der Familie der Balsambaumgewächse (Burseraceae), der Unterschied ist, dass Weihrauch aus der Gattung Boswellia stammt und Myrrhe aus der Gattung Commiphora.
Im Allgemeinen wird Myrrhe für alle Commiphora-Arten verwendet, obwohl dies eigentlich nicht korrekt ist. Der Name „Myrrhe“ kommt eigentlich von einer ganz bestimmten Commiphora/Myrrhe-Art und zwar dem somalischen Baum „Commiphora myrrha“. Eigentlich sollten nur das Baumharz dieses Myrrhe-Baumes auch wirklich den Namen Myrrhe tragen, aber lasst uns das mal nicht so genau nehmen.
Das Wort Myrrhe stammt aus dem Aramäischen und bedeutet übersetzt: Bitter. Und wer einmal die Myrrhe probiert oder verräuchert hat, weiß wie gut dieser Begriff passt.
Der Myrrhe Baum
Im großen Weihrauch-Artikel habe ich bereits geschrieben, dass der Name Baum bei der Gattung Boswellia nicht immer zutreffend ist. Bei den „Bäumen“ der Gattung Commiphora trifft das Wort Baum noch weniger zu, denn es handelt sich noch mehr um Sträucher als um Bäume. Während Weihrauchbäume tatsächlich eine stattliche Höhe von 8 Metern erreichen können, ist selbst der größte Commiphora-„Baum“, den ich gesehen habe, nie größer als 3-4 Meter gewesen.
Am besten kommt auch hier ein Bild zum Einsatz, damit man die Größe gut erkennen kann. Das Bild zeigt ein Prachtexemplar an Größe und Breite. Es handelt sich um einen sehr gesunden und alten Myrrhe-Baum in Somalia.

Hier noch einmal der Hinweis: Alle Bilder, die wir hier im Blog verwenden oder auf der Webseite sind meine Bilder und unterliegen dem Copyright!
Weiter zum Text:
Bäume oder Sträucher der Commiphora-Art wachsen in zahlreichen Gegenden dieser Erde. Nicht nur in Afrika, sondern auch in Asien, im Mittelmeer, in Arabien.
Und wie bereits erwähnt, gibt es zahlreiche Commiphora Arten.
Hier einmal eine Auflistung jener „Myrrhe“-Arten, die wir importieren und in der Räucherwelt anbieten:
Commiphora myrrha, Commiphora kua, Commiphora guidotti, Commiphora wightii, Commiphora wildii Commiphora mukul, Commiphora erythreae, Commiphora ornifolia und weitere Sorten
Wie erntet man Myrrhe?
Das Harz der Commiphora-Bäume wird genauso wie Weihrauch geerntet. Die Rinde kann teilweise etwas dicker als bei den Weihrauchbäumen sein, je nach Art, aber das Prinzip ist genau das Gleiche: Man entfernt die Rinde und das Exsudat (was teilweise bereits bräunlich ist) fließt aus dem Baum heraus, um die Wunde zu schließen. Das Harz von Myrrhe ist meistens, im Gegensatz zu Weihrauch, relativ hart und auf jeden Fall überwiegend dunkler, meistens rötlich, bräunlich, egal welches Myrrhe-Harz.

Anwendung von Myrrhe Harz
Bei der Anwendung muss man natürlich mal wieder über den Räucher-Tellerrand schauen. Denn die Geschenke Gottes an uns sind nicht nur zum Räuchern geeignet. Oft ist ihre medizinische Anwendung viel älter. Hier ein kleiner Disclaimer: Wir bieten unsere Räucherstoffe nur zum Räuchern an und wiedergeben hier auch nur traditionelle Überlieferungen.
Wie riecht Myrrhe?
Myrrhe riecht nicht einfach “harzig”, sondern besitzt eine sehr eigene Tiefe. Echte Myrrhe wirkt bitter, warm, balsamisch, trocken und leicht medizinisch. Sie bringt Schwere, Sammlung und eine fast sakrale Ruhe in den Raum. Opoponax Hagar, oft als süße Myrrhe bezeichnet, ist weicher, runder, balsamischer und sinnlicher. Andere Commiphora-Harze können fruchtige, honigartige, pfeffrige oder leicht muffige Noten zeigen: Commiphora kua-Myrrhe hat teilweise was fruchtiges, die Omumibiri Myrrhe (ich bin mir aber sicher, dass der Baum, der das Harz gibt, ein Hybrid ist) hat teilweise was süßliches, wie Honig, aber auch pfeffrige Noten.
Myrrhe beim Räuchern
Das Aroma von Myrrhe ist sehr unterschiedlich. Die „echte“ Myrrhe ist sehr bitter im Aroma, aber wenn wir zum Beispiel das Opoponax Hager aromatisch betrachten, finden wir auch eine Tiefe und einen ozeanischen, tiefen, leicht muffrigen Duft. Meine Lieblingsmyrrhe übrigens.
Auch die energetische Wirkung beim Räuchern hat zwar immer eine „Grundenergie“, aber ist immer etwas anders. Pauschal kann man sagen, dass das Räuchern von jeder Myrrhe, die übrigens sehr weiblich ist, „heilend“ auf den Emotionalkörper und energetischen Körper ist. Das Räuchern von Myrrhe wirkt also beruhigend auf die Gefühle und kann energetische Störungen und Schäden in der Aura glätten.
Wie räuchert man Myrrhe?
Myrrhe kann auf Räucherkohle, auf einem Räuchersieb oder auf einem Weihrauchbrenner geräuchert werden. Da Myrrhe ein Harz ist und beim Erhitzen weich oder klebrig werden kann, eignet sich ein Weihrauchbrenner mit Metallplatte besonders gut für ein sanftes, kontrolliertes Verräuchern. Auf Kohle entwickelt Myrrhe einen kräftigeren, rituelleren Rauch, kann aber schneller verbrennen und bitterer wirken.
Myrrhe als Kosmetik/ Aromabestandteil/Medizin
Das ätherische Öl von Myrrhe ist sehr intensiv. Wenn man Myrrhe destilliert, kommt sehr wenig Öl dabei raus, oft nur 1-3% je nach Art, doch dieses Öl hat starke antibakterielle und entzündungshemmende Kräfte, die sowohl in Mundspülungen verwendet wird, aber auch in Cremes allgemein für die Haut, sowie heilende Salben. Auch in der Parfümindustrie und in der Aromatherapie wird das kostbare Myrrhe-Öl gerne verwendet.
Myrrhe wurde in vielen Kulturen nicht nur geräuchert, sondern auch für Salben, Öle, Mundpflege, Parfüm und traditionelle Anwendungen genutzt. Besonders bekannt ist Myrrhe wegen ihres bitter-balsamischen Duftes und ihrer langen Geschichte in religiösen und medizinischen Traditionen. In diesem Artikel beschreiben wir Myrrhe jedoch ausschließlich als Räucherstoff und kulturgeschichtlichen Naturstoff. Unsere Myrrhe-Produkte sind zum Räuchern bestimmt und nicht zur innerlichen oder medizinischen Anwendung.
Einzelne Laborstudien untersuchten antimikrobielle Eigenschaften bestimmter Myrrhe-Extrakte oder ätherischer Öle. Solche Ergebnisse lassen sich jedoch nicht direkt auf das Räuchern von Myrrhe oder auf eine medizinische Anwendung übertragen.
Häufige Fragen zu Myrrhe
Was ist Myrrhe?
Myrrhe ist das getrocknete Harz bestimmter Bäume und Sträucher der Gattung Commiphora. Die bekannteste echte Myrrhe stammt von Commiphora myrrha. Botanisch gehört Myrrhe wie Weihrauch zur Familie der Balsambaumgewächse.
Ist Myrrhe dasselbe wie Weihrauch?
Nein. Myrrhe und Weihrauch sind botanisch verwandt, stammen aber aus unterschiedlichen Gattungen. Weihrauch stammt von Boswellia-Bäumen, Myrrhe von Commiphora-Arten. Wirkung und Duft unterscheiden sich deutlich. Man könnte Weihrauch als ein männliches und Myrrhe als ein weibliches Harz nennen.
Wie riecht Myrrhe?
Myrrhe riecht meist bitter, warm, balsamisch, erdig und leicht medizinisch. Je nach Commiphora-Art kann der Duft auch süßlich, fruchtig, pfeffrig, weich oder leicht muffig wirken. Es gibt zahlreiche Myrrhe-Arten der Gattung Commiphora. Unser gesamtes Myrrhesortiment findest du hier: Alle Myrrhe-Sorten
Welche Myrrhe ist die echte Myrrhe?
Im engeren Sinn bezeichnet echte Myrrhe das Harz von Commiphora myrrha. Im Handel werden jedoch auch andere Commiphora-Harze als Myrrhe oder Myrrhe-Arten bezeichnet.
Wo wächst Myrrhe?
Myrrhe und andere Commiphora-Harze stammen vor allem aus trockenen Regionen Afrikas, Arabiens und Asiens. Bedeutende Regionen sind Somalia, Oman, Yemen, Ostafrika, Arabien, Indien und Namibia.
Wie wird Myrrhe geerntet?
Die Rinde der Commiphora-Pflanze wird angeritzt oder verletzt. Aus der Wunde tritt Harz aus, das an der Luft trocknet und später eingesammelt wird. Myrrhe-Harz ist häufig dunkler, härter und bräunlicher als viele Weihrauchharze. Der Baum schwitzt aber auch Myrrhe raus (Xuhul/Suhul), die ohne Verletzung der Rinde geerntet wird und eine höhere Qualität hat.
Kann man Myrrhe räuchern?
Ja. Myrrhe ist ein klassischer Räucherstoff. Sie kann auf Kohle oder besser einem Weihrauchbrenner verräuchert werden.
Welche Wirkung hat Myrrhe beim Räuchern?
In der Räuchertradition wird Myrrhe mit Ruhe, Schutz, Erdung, emotionaler Klärung und seelischer Heilung verbunden. Medizinische Wirkungen sollten davon klar getrennt werden, da Räucherstoffe nicht zur Behandlung von Krankheiten bestimmt sind.
Ist Opoponax dasselbe wie Myrrhe?
Opoponax wird oft als süße Myrrhe bezeichnet, stammt aber von anderen Commiphora-Arten. Der Duft ist meist weicher, süßer und runder als echte Myrrhe. Allerdings gibt es im Handel zwei Sorten von Opopnax. Das orangene Harz Hadi , das eher dem Element Feuer zugeordnet werden kann und das dunkle, klebrige Hagar-Harz, das einen weiblichen, tiefen, süßen und ozeanischen Duft hat
Über den Autor:
Dieser Artikel wurde von Georg Huber, Gründer von Jeomra’s Räucherwelt und Autor des “Praxisbuchs der energetischen Hausreinigung”, verfasst. Georg Huber beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Räucherharzen, Weihrauch, Myrrhe, Commiphora-Arten und energetischer Hausreinigung. Räucherwelt importiert und sortiert verschiedene Myrrhe- und Weihrauchsorten und bringt eigene Praxiserfahrung aus Auswahl, Duftprüfung und Räucheranwendung ein.